Karoshi©Seidl

Peter Karoshi, né en 1975 à Graz, est diplômé d’histoire et d’études anglaises et américaines de l’Université de Graz. Entre 1999 et 2005, il travaille au sein du domaine de recherche « Moderne – Wien und Zentraleuropa um 1900 » (Modernité – Vienne et l’Europe centrale vers 1900) au département d’histoire autrichienne à Graz, où il étudie les hétérogénéités, les pluralités et les cultures de la mémoire dans les états multiethniques. En 2009, son premier roman, Grünes, grünes Gras (Une herbe bien verte) paraît chez Milena Verlang. Son roman Zu den Elefanten (Sur la route des éléphants), publié chez Leykam Buchverlag, est retenu pour le Prix allemand du livre en août 2021. Peter Karoshi vit aujourd’hui à Vienne.

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Zu den Elefanten (Sur la route des éléphants)

Le chercheur Theo, spécialiste de la culture, est coincé dans un étrange état de flou lorsqu’il décide de transformer sa relation avec sa femme Anna et son fils Moritz. Avec Moritz, il entreprend un voyage sur la route que le futur empereur Maximilien II a empruntée avec l’éléphant Soliman de la Méditerranée à Vienne il y a plusieurs siècles. Cette fois, ils voyagent dans le sens inverse, de l’Autriche à Gênes en passant par le Tyrol du Sud. Mais l’équipe est rapidement confrontée à des problèmes majeurs. Semblant perdu en lui-même et désespérant du présent, Theo raconte sous forme de journal intime un voyage pendant lequel il réalise que c’est le passé, les souvenirs et la mémoire qui façonnent le présent. Un voyage qui prend une tournure dramatique et au travers duquel le narrateur se rend compte que la vie est un flux de tentatives de s’expliquer et d’observer. Et qu’il faut d’abord se perdre pour se trouver.

Zu-den-Elefanten-cover

Agent / Rights Director

tanja.raich@leykamverlag.at
Tanja Raich

Publishing House

Excerpt

Excerpt

Doch mich hatte eine große Sprachlosigkeit ergriffen. Ich hätte meinen Menschen, den wenigen, die mir noch geblieben waren, sagen sollen, wie sehr ich sie liebte. Stattdessen ging ich unruhig und getrieben von etwas, das ich nicht fassen konnte, durch die alte Landschaft.

Ich sah meinem Sohn beim Lesen zu, bewunderte ihn für seine Ruhe und Ausgeglichenheit, beides Eigenschaften, von denen ich doch auch wusste, dass sie innerhalb von einer Sekunde in eine nichts verzeihende Wut, auch sich selbst gegenüber, umschlagen konnten. Mit Neid bewunderte ich, wie wenig irritiert sich meine Frau von meiner Unruhe zeigte, wie ungerührt sie mit ihren Arbeiten weitermachte. Ich dagegen sprang vom Schreibtisch auf, sobald ich gerade einmal einige Dateien geöffnet, blind für ihren Inhalt gebannt auf den Bildschirm gestarrt hatte, um letztlich doch bewegungslos zu bleiben: Um mich herum schien alles in Bewegung, diese offensichtliche Entwicklungshaftigkeit von allem Vergangenem, die nicht zuletzt in allen diesen Artikeln in meinem Notebook nicht nur vorgefunden, sondern geradezu gefordert wurde, wünschte ich mir für meine Gegenwart auf einmal nicht mehr.

Am Abend des gleichen Tages hatte ich Anna und Moritz trotz andauernden Protests zu einem langen Spaziergang die Wiesen hinauf in Richtung des Berges gezwungen. »Erpresser«, hatte Moritz gezischt, dann hatten wir alle drei gelacht, weil es ja auch lustig geklungen

hatte. Ohne es zu wollen, versäumte ich den richtigen Moment, ein Gespräch zu beginnen. Danach, das wusste ich aus Erfahrung, würde sich nun auch keines mehr ergeben. So stapfte ich missmutig wegen der nicht ergriffenen Chance, ansonsten aber fasziniert von der Umgebung vor den beiden bergauf. Ich sah verwirrt nach vorne und dann wieder nach hinten, trotz des hohen Grases glaubte ich, auf gepflegtem Grund zu spazieren, zu einem Garten hinter einem schmiedeeisernen Gitter, alt und gut verrostet, der ein vielleicht ehrwürdiges Haus umschloss (tatsächlich dachte ich an ein Spukschloss). Da erst fiel mir ein, dass ich genau das vor ein paar Tagen, noch in der Stadt, geträumt hatte. Dass ich mich nämlich in einem verwilderten Garten in einer Landschaft, die genau dieser dort ähnlich schien, verirrt hatte. Dass es geregnet hatte und ich durch wucherndes, knotiges Gras gehen hatte müssen, das genauso wild wie jenes draußen vor den Gittern gewesen war. Von wegen gepflegt, dachte ich missmutig, nichts passt mehr zusammen.

Wir gingen den Höhenweg weiter, bis wir an eine Weggabelung kamen. Ein gelbes Schild mit Schwarzer Schrift auf einem Metallpfosten, der in einem Loch mit frischem Beton aufgefüllt steckte. Beim letzten Mal im Mai war hier noch kein Wegweiser gestanden. Der Beton war noch feucht. Wir befanden uns, las Moritz vor, auf dem Weg des Buches.

»Mit Unterstützung von Bund, Land und Europäischer Union«, las ich weiter und wir lachten. Zu gut um wahr zu sein.

Später am Abend im Bett las ich Anna vor, dass das Projekt des Bücherwegs eine Route nachstellte, auf der früher protestantische Bücher vom romkritischen Norden in den Süden geschmuggelt wurden. Und wie sich gerade in diesen schwer erreichbaren Tälern eine beinahe alles ergreifende Art des Protestantismus auch in Zeiten der Gegenreformation gehalten hatte. Ich war begeistert. Sie dagegen murmelte mit wenig Interesse und unter tiefen Atemzügen, dass ich das unbedingt Moritz erzählen müsste. Ich lag wach und dachte wie benommen über die Alpen nach, in deren Mitte wir, wie in all den Jahren zuvor schon, unseren Urlaub verbringen würden. Wie auf denselben Wegen und Straßen, die die römischen Legionen nach Norden benutzt hatten, so viele Jahrhunderte später Bücherschmuggler nach Süden gezogen waren, deren Weg sich mit jenem eines spanischen Elefanten und dessen Kaiser und Besitzer kreuzte, die in eine andere Himmelsrichtung zogen. Was absurd erschien, hatte ich dennoch mit Moritz im Frühjahr bei einer Führung entlang Wiens antiker Spuren erzählt bekommen. Mir persönlich war die Geschichte des Elefanten Soliman nicht bekannt gewesen, aber um mich herum hatten alle ganz informiert getan und über den triumphalen Einzug in Wien im Jahr 1552 geredet. Eine völlig verrückte Reise, auf der das Tier von Spanien ausgehend über das Mittelmeer bis Genua, und von dort durch die Alpen, angeblich immer in Begleitung seines neuen Herren, dem späteren Kaiser Maximilian II., wanderte. Ich erinnerte mich in diesem dunklen Moment in der Nacht in unserem Ferienhaus, dass ich die Führerin noch hatte fragen wollen, ob Maximilian tatsächlich die ganze Reise seines Elefanten von Spanien bis Genua und weiter durch die Alpen mitgemacht hatte (hatte er, was damals unvorstellbar für mich war). Aber sie war bereits von einigen Hobbyhistorikern belagert worden und so hatte ich mich dezent mit einem Handwinken von der sympathischen Frau mit dem Minirock und der guten Kurzhaarfrisur verabschiedet, was sie naturgemäß nicht bemerkte, und war mit Moritz in ein Kaffeehaus gegangen. Ich lag da und dachte über ihren letzten Satz nach, dass nicht zuletzt eine Reihe von Gasthäusern an der Reiseroute des Elefanten nach dem wundersamen Tier benannt worden war. Eine schöne Vorstellung, dass das außergewöhnliche Erlebnis in Erinnerungsstätten verewigt worden war. Was musste das für ein Gefühl gewesen sein, dem Elefanten gegenübergestanden zu sein und noch Jahre später davon erzählen zu können?

Seltsam erschien mir das alles, noch viel seltsamer als es den Menschen von damals vorgekommen sein musste. Dass so ein gewagtes Tier aus kühnen Träumen eine so starke Faszination ausübte, wunderte mich keineswegs, nein, das Irritierende war, fand ich, wie dieser Moment, der ja doch wie ein Blitz eingeschlagen sein musste, sich weiterentwickelte, über Generationen hinweg. Die nächsten Generationen sahen ja nicht mehr den Moment des Ereignisses, sondern nur mehr die Erinnerung in Form der Gaststätten, ein Bild, das ich sympathisch fand. Ja, mehr noch, nur durch diese Stätten selbst

konnte das mächtige Ereignis überhaupt weiterwirken. Die Herrscher, oder der Elefant selbst, sie interessierten mich nicht so sehr, wie ihre Träger und Bewahrer in den folgenden Jahrhunderten. Es waren meine, unsere, Gedächtnisstützen, die mir entscheidend für das Verständnis eines Ereignisses erschienen. Darüber dachte ich ganz nüchtern und logisch nach, weil es mir als das kraftvollere Bild als das der banalen Reisenden alleine erschien. Und als ich da so in den Schlaf spazierte, ergaben die Alpen ein noch viel bunteres Muster, wie in einem Webstück, das gar nicht so recht zu dem gesichtslosen Bild passen wollte, dass ich bis dahin von dieser Region gehabt hatte.

Excerpt - Translation

Translated from German by Virginie Pironin

Mais j’avais été saisi par un profond mutisme. J’aurais dû dire à mes proches, les quelques-uns qu’il me restait, à quel point je les aimais. Au lieu de ça j’avançais, nerveux et porté par quelque chose que j’étais incapable d’appréhender, à travers ce paysage ancien.

Je regardai mon fils lire, admirai son calme et sa sérénité, deux qualités dont je savais qu’elles pouvaient laisser place en l’espace d’une seconde à une colère qui ne pardonnait rien, même envers lui-même. J’admirai et enviai le peu de trouble de ma femme face à mon agitation, l’impassibilité avec laquelle elle poursuivait ses tâches. Moi au contraire, je sautai de mon bureau aussitôt après avoir ouvert quelques fichiers et fixé l’écran sans voir leur contenu, pour finalement rester immobile : tout semblait se mouvoir autour de moi, soudain je ne voulais plus dans mon présent de cette évidente évolution inhérente à toutes les choses passées qui non seulement se trouvait, mais était carrément voulue, entre autres dans tous ces articles sur mon ordinateur portable.

Ce soir-là, je forçai Anna et Moritz, malgré leurs protestations réitérées, à aller faire une longue promenade le long de la côte qui menait à la montagne, à travers les prés.

« Maître-chanteur », siffla Moritz, et nous avons ri tous les trois, parce que c’était drôle.

Sans le vouloir, je ratai le moment propice à une conversation. Ensuite, je le savais par expérience, il n’y en aurait pas d’autre. Je marchai ainsi devant eux, maussade à cause de la chance que je n’avais pas saisie, mais fasciné par les alentours. Confus, je regardai devant moi, puis de nouveau derrière. Malgré les hautes herbes, j’avais l’impression d’avancer sur un terrain entretenu, vers un jardin derrière une vieille grille en fer forgé recouverte de rouille, entourant peut-être une respectable bâtisse (j’imaginais en réalité une maison hantée). Je me souvins alors avoir rêvé exactement de cette scène quelques jours auparavant, quand nous étions encore en ville. Que je m’étais égaré dans un jardin à l’abandon dans un paysage parfaitement similaire à celui-ci. Qu’il avait plu et que j’avais dû avancer à travers des herbes foisonnantes et noueuses tout aussi sauvages que celles qui poussaient devant cette grille. Entretenu tu parles, me dis-je morose, plus rien ne concorde.

Nous poursuivîmes notre chemin le long de la côte jusqu’à arriver à un croisement. Un panneau jaune à l’inscription noire sur un poteau métallique planté dans un trou fraîchement coulé de béton. La dernière fois, en mai, il n’y avait pas encore de panneau indicateur. Le béton était encore humide. Nous nous trouvions, lut Moritz, sur le Weg des Buches, le Chemin du livre.

« Avec le soutien de l’État fédéral, du Land et de l’Union européenne », poursuivis-je la lecture.

Cela nous fit rire. C’était trop beau pour être vrai.

Plus tard dans la soirée, dans notre lit, je lus à Anna que le projet du Chemin du Livre retraçait la voie par laquelle les livres protestants avaient été autrefois acheminés illégalement du nord, où Rome était vue d’un œil critique, vers le sud. Et comment, justement dans ces vallées difficiles d’accès, une sorte de protestantisme presque poignant s’était maintenu durant la Contre-Réforme. Je trouvais ça passionnant. Elle, en revanche, marmonna sans grand intérêt, entre de profondes respirations, que je devais absolument raconter ça à Moritz. Incapable de m’endormir, je pensais confusément aux Alpes, au cœur desquelles nous allions passer nos vacances, comme toutes les années précédentes. À ces routes et ces chemins empruntés par les légions romaines vers le nord et, des siècles plus tard, par les passeurs de livres vers le sud, et dont la trajectoire croisait celle d’un éléphant espagnol et de son empereur et maître, dans une direction différente. Ce qui semblait absurde, mais Moritz et moi l’avions pourtant entendu raconter, au printemps, lors d’une visite guidée sur les traces antiques de Vienne. Personnellement, je ne connaissais pas l’histoire de l’éléphant Soliman, mais autour de moi, tous avaient fait mine d’être bien informés et avaient discuté de son entrée triomphale dans Vienne en 1552. Un voyage complètement fou au cours duquel l’animal, parti d’Espagne, avait traversé la Méditerranée jusqu’à Gênes puis, de là, les Alpes, soi-disant toujours en compagnie de son nouveau maître, le futur empereur Maximilien II. Dans l’obscurité de la nuit dans notre maison de vacances, je me souvins avoir voulu demander à la guide si Maximilien II avait vraiment fait le voyage de l’Espagne jusqu’à Gênes et ensuite à travers les Alpes avec son éléphant (la réponse était oui, ce qui me paraissait inimaginable à l’époque). Comme elle était déjà assiégée par des passionnés d’histoire, j’avais pris congé de cette femme sympathique en mini-jupe et à la jolie coupe courte d’un mouvement de la main discret, ce qu’elle n’avait bien sûr pas remarqué, et j’étais allé dans un café avec Moritz. Allongé là, je repensais à sa dernière phrase, selon laquelle toute une série d’auberges sur la route de l’éléphant avaient été baptisées d’après l’étrange animal. C’était une belle idée de se dire que cet évènement hors du commun avait été immortalisé dans des lieux commémoratifs. Quelle sensation cela avait dû être de se trouver face à face avec le pachyderme et de pouvoir le raconter encore des années plus tard… !

Tout ça me semblait étrange, encore plus étrange que ç’avait dû le paraître aux gens de l’époque. Qu’un animal aussi audacieux, sorti des rêves les plus fous, provoque une telle fascination ne me surprenait pas le moins du monde. Non, ce qui me perturbait était que ce moment, qui avait dû passer en un éclair, ait continué d’avoir un impact sur des générations. Les suivantes ne connurent plus le moment de l’évènement, seulement son souvenir sous la forme des auberges. Une image que je trouvais sympathique. Oui, plus encore, il n’y avait que grâce à ces lieux que cet incroyable évènement pouvait continuer de rayonner. Les souverains, ou même l’éléphant, ne m’intéressaient pas autant que les porteurs et les gardiens de leur histoire au fil des siècles suivants. Ils étaient mes, nos aide-mémoire, ceux qui me paraissaient indispensables à la compréhension d’un évènement. J’y réfléchis avec grande lucidité et logique, car cette image me semblait plus puissante que celle des banals voyageurs à eux seuls. Et alors que je me baladais ainsi dans mon sommeil, les Alpes produisirent un motif encore plus haut en couleur, comme dans une pièce tissée qui refuserait de s’intégrer vraiment à l’image impersonnelle que j’avais jusque-là de la région.